Museum

Nach Ausführungen bekannter Ortsnamensforscher ist der Name Weißenbrunn auf den südlich der Ortschaft entspringenden "Weißenbrunn" zurückzuführen. Ohne dieses noch heute reichlich fließende Quellwasser wäre die in Weißenbrunn ansässige Brauindustrie gar nicht denkbar.


Weißenbrunn als Bierdorf

Entscheidend für Weißenbrunn als Stätte der Braukultur war das Jahr 1514. Bis dahin lag das alte Braurecht bei der Stadt Kronach und sämtliche Dörfer der gesamten Amtsherrschaft waren genötigt das Bier aus Kronach zu beziehen. Fritz Zollstab war der junge Brauer, der zunächst heimlich und ohne Erlaubnis des Bischofs als erster im Ort Bier braute. Dies löste heftige Proteste der Kronacher Ratsherren aus.

Doch durch den damaligen Dorf- und Grundherren, den Ritter Peter von Redwitz zu Theisenort, erhielt Fritz Zollstab im Jahre 1514 das Recht fortan in Weißenbrunn Bier zu brauen. Dieses Jahr war auch das Gründungsjahr der Gampertbräu, welche sich noch heute im Familienbesitz befindet. Insgesamt waren sogar einmal fünf Brauereien in Weißenbrunn in Betrieb.


Der Aufbau des Museums

Gerade die Verbundenheit zu dieser 500 Jahre währenden Brautradition war der Anlaß für die Gründung des Fördervereins Brauer- und Büttnermuseum im Bierdorf Weißenbrunn e.V. Der Hauptgedanke für das Museum besteht darin, den Ort Weißenbrunn mit seiner Jahrhunderte langen Brautradition aus brauhistorischer Sicht darzustellen.

Im ehemaligen Kindergarten im Paradies schuf man nach kurzer Umbauzeit das Domizil für das neue Museum. Es soll die Arbeit der Brauer, Mälzer und Büttner aufzeigen, sowie ihm überlassene Schriftstücke, Urkunden und Gerätschaften zur historischen Auswertung sammeln, archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

In mühevoller Kleinarbeit wurden die Exponate für das Museum zusammengetragen, aufgearbeitet und hergerichtet. Gerätschaften, Handwerkszeug und viele andere Ausstellungsstücke veranschaulichen dem Besucher die Herstellung, den Werdegang und das Drumherum des edlen Gerstensaftes.

Zu den Attraktionen zählen ein 14.000 Liter großes Bierfaß, ein handbetriebener und der kleinste elektrische Flaschenfüller, ein Faßwaschkopf, die Miniaturausgabe eines Faßfüllers, ein Läuterbottich und eine Sudpfannenhaube mit Rührwerk und Transmittionsantrieb der Brauerei Wunkler aus Melkendorf vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ganz besonders stolz ist man auf einen prächtig herausgeputzten Bier-Fuhrwagen mit alten Holzfässern.


Museum und Tagungsstätte

Das Brauer- und Büttnermuseum will sich von den üblichen Museen unterscheiden indem es nicht nur der Betrachtung und Ausstellung der Exponate widmet. Vielmehr wird in Seminaren die Herstellung des Gerstensaftes vom "Halm zum Glas" unterrichtet. Desweiteren will das Museum eine Anlaufstelle für Hobbybrauer sein indem es sein Know-How zu Brauprozessen und Rohstoffen zur Verfügung stellt.

Für die Brauer und Mälzer der Region soll das Museum durch Fachvorträge und Seminare zu einem Weiterbildungszentrum werden.

Weiterhin soll die Einrichtung Weißenbrunn für Touristen der Bier- und Burgenstraße attraktiv machen.